Was ist denn überhaupt Stress?
Stress ist nach dem kanadischen Biologen, der diesen Begriff in den 50gern einführte, eine nichtspezifische Reaktion des Körpers auf jede an ihn gerichtete Anforderung (Not, Druck, Anspannung, Gefahr…). Der Körper antwortet auf bedrohliche bzw. herausfordernde Situationen oder emotionale Belastungen, damit zu der Bewältigung die notwendigen Ressourcen und Energien zur Verfügung stehen.
Eu-Stress meint die positive, Di-Stress die durch Wahrnehmung, Einstellung bzw. Bewertung negative Reaktion darauf. Im Eu-Stress wird durch das als Herausforderung annehmende Gefühl die bereitgestellte Energie abgebaut, Di-Stress wird als bedrohlich erlebt - die Energie kann nur durch Ausagieren (Sport etc.) abfließen. Gemäß des östereichischen Vaters der Stressforschung Hans Selye heißt es: "Die richtige Einstellung annehmen kann negativen in positiven Stress umwandeln"!!!
Gesundheitsorientierte Lebensweisen fördern und defizitäre Lebensstile mindern die notwendige Widerstandsfähigkeit. Dies gilt ebenso für die psychische Konstitution und Widerstandskraft (Resilienz).
Der Mensch ist dem Stress nicht hilflos ausgeliefert. Es gibt mögliche Formen des Umgangs mit ihm im Moment der Entstehung sowie im Anschluss zum Abbau. Wie wir die Situation einschätzen (werten) und unsere Kompetenzen erleben, hat sehr großen Einfluss darauf, ob es überhaupt zu „negativem“ Stress kommt oder nicht, Stressabbau-Strategien und kreative Lösungsmöglichkeiten helfen, ihn zu „verarbeiten“.
Wichtig ist sich zu vergegenwärtigen, dass Stress lebensnotwendig ist. Es werden durch ihn Körperreserven mobil gemacht, um innerhalb kürzester Zeit alle notwendigen Energien verfügbar zu haben. Er ist lebenserhaltend und grundsätzlich gesund, erst die Überdosis macht krank und natürlich, wenn er nicht abgebaut wird. Da Stress durch persönliche Wertungen und Haltungen individuell ist, können auch die Stressbewältigungsstrategien somit nur individuell sein. Langfristige Maßnahmen setzten beim Auslöser (Prävention) und kurzfristige bei den Stressreaktionen (Erregungs-Verminderung und -Abbau) an.
Eine förderliche Vorgehensweise ist sicherlich eine systematische Problemlösung (Entwickeln eines konkreten Handlungsplans: wie, was, wann, wo) zur Vermeidung von hoher Erregung sowie eine gute (Zeit-) Planung.
Auf Stressauslöser gedanklich vorzubereiten ist ebenfalls ein probates Mittel. Und natürlich, Risikofaktoren abzubauen (Ernährung, „Drogen“-Konsum, Bewegung, Gewicht, Arbeitsdichte, Antreiber/ Erfolgs- und Zeitdruck…). Die Ziel-Bestimmung und –Verfolgung (bitte definitiv aufschreiben!) hilft, sich nicht zu verzetteln und mit den eigenen Energien ressourcevoll umzugehen.
Die innerliche Balance schafft Ausgeglichen-Sein. Diese Balance kann nur entstehen, wenn der Mensch seine Lebensbereiche in der "Life-Balance" hält:
Herausforderungen kann der Mensch besser meistern, wenn er über die dementsprechenden Fähig- und Fertigkeiten verfügt. Es gilt, diese sich anzueignen (Weiter-/ Fortbildungen, Kurse…). Dazu gehören auch passive und aktive Entspannung sowie Sport und Fitnesstraining. Erleichterungen bewirken zudem Abreaktionen wie : schimpfen, ausweinen, erzählen, auf den Tisch hauen, mit dem Fuß stampfen, die Treppe hoch laufen… (das alles und viel mehr darf man machen!).
Einen besonderen Stellenwert nimmt der innere Dialog ein, da er einer Autoprogrammierung gleichkommt. Negative Gedanken erzeugen negative Innenwelten, Haltungen und somit auch Selbst-Prophezeiungen. Schon der Talmud wußte dazu:
Achte auf Deine Gedanken,
denn Sie werden Deine Worte.
Achte auf Deine Worte,
denn sie werden Deine Taten.
Achte auf Deine Taten,
denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter,
denn er wird Dein Schicksal.
Das alles kann natürlich nur etwas nutzen, wenn Taten folgen!
Insofern ist ein schriftlicher Aktionsplan unabdingbar:
Selbstverpflichtung: Das werde ich tun!
- Was konkret?
- ab wann? wie oft?
- wer unterstützt mich?
- was werde ich tun, wenn ich dagegen verstoße?
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